Themen
 Anlässe besonderer Art
 Bildung-Kultur
 China-Asien-Nahost
 Demographie
Energie
 Europa
 Finanzmarkt
 Gesellschaft
 Gesundheit
 Globalisierung
 Innovation
 IT-Wissenschaft-Technik
 Klima-Umwelt-Nachhaltigkeit
 Kundenbindung-Vertrieb
 Lifestyle
 Management
 Management-Personal
 Marketing-Kommunikation
 Medien
 Moderation
 Motivation-Team-Erfolg
 Politik
 Spezialthemen
 Sport
 Werte-Ethik
 Wirtschaft
 Zukunft-Trends
 Zur Entspannung
 
Referenten
 Referenten zum Thema Energie
 Dr. Franz Alt
 Dr. Joachim Bublath
 Prof. Lino Guzella
 Prof. Dr. Claudia Kemfert
 Prof. Dr. Mojib Latif
 Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld
 Bertrand Piccard
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher
 Dr. habil. Peter Robejsek
 Prof. Dr.-Ing. Michael Schmidt
 Prof. Dr. Rolf Wüstenhagen

Bitte nutzen Sie die Themenliste zur Auswahl der Referenten.

Kontaktformular

Individuelle Beratung, Empfehlungen, Anfragen an


oder
03723-680808

 
Details
 
Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher


Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher

Themenschwerpunkte:
Erhalt einer intakten Umwelt, Übergang in die Informationsgesellschaft, Fragen der Verantwortung von Personen und Systemen, umweltverträgliche Mobilität, Zukunft der Industriegesellschaft, Überbevölkerungsproblematik, Würde des Menschen, 

Vorträge in Deutsch und Englisch

Prof. Radermacher ist Autor von über 300 wissenschaftlichen Arbeiten aus den Bereichen Angewandte Mathematik, Operations Research, Angewandte Informatik, Systemtheorie sowie tangierten Fragen der Technikfolgenforschung und der Ethik / Philosophie; letzteres auch mit Bezug auf globale Problemstellungen. Gesellschaftspolitische Interessenschwerpunkte betreffen den Übergang in die Informationsgesellschaft, lernende Organisationen, Umgang mit Risiken, Fragen der Verantwortung von Personen und Systemen, umweltverträgliche Mobilität, nachhaltige Entwicklung, Überbevölkerungsproblematik.

Franz-Josef Radermacher

1.    Globalisierung: Herausforderungen für Gesellschaft und Wirtschaft

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Situation des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Dieser war noch vor wenigen Jahren weltweit ein Beispiel für Wohlstand in Verbindung mit sozialer Ausgewogenheit und Umweltverantwortung. Es geht um die Frage, wieso sich in der Folge der ökonomischen Globalisierung die Randbedingungen für deutsche und europäische Staaten dramatisch verändert haben. Die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnik in diesem Kontext wird beleuchtet und ebenso die Frage, ob uns der Weg in eine Informations- und Wissensgesellschaft in Verbindung mit der Globalisierung dem seit der Rio-Weltkonferenz auf der Tagesordnung der Weltpolitik stehenden Ziel einer nachhaltigen Entwicklung näher bringt. Ferner werden auch die Anpassungsnotwendigkeiten in Deutschland an diese Veränderungen und Konsequenzen für die Zukunft der Arbeit und die Zukunft der Sozialsysteme in den entwickelten Industrienationen diskutiert. Konkrete Vorschläge betreffen dabei den Arbeitsmarkt, „neue Arbeit“, das Gesundheitssystem und den Ausbildungsbereich. Alle diese aktuell notwendigen Anpassungsmaßnahmen sind allerdings in der Logik einer „Doppelstrategie“ in vernünftige weltweite politische Aktivitäten eingebunden. Mit dieser Perspektive werden dann Empfehlungen für die Orientierung mittelständischer Unternehmen in Deutschland in Zeiten der Globalisierung formuliert. Dies geschieht mit Blick auf Erfolgsfaktoren sogenannter „Hidden Champions“ („Verborgene Weltmeister“). Einige Anmerkungen zu Verantwortungsfragen schließen den Vortrag ab.

2.    Perspektiven der globalen Entwicklung - Fragen eines Weltethos

Globale Probleme, Rio-Konferenz, Nachhaltigkeit des Wirtschaftens, Entwicklung in Asien, Überbevölkerung, Chaos-Linien, Bedrohungspotentiale, Weltklimapolitik. Dies kann um Hinweise zu den ethischen Herausforderungen und Fragen eines Weltethos ergänzt werden. Dies betrifft Klassische Ethik, Kants Imperativ, Rawls Theorie der Gerechtigkeit, die systemtheoretische Sicht, Verantwortung des Einzelnen und Verantwortung von Strukturen, Verantwortung und Einfluss; wie soll sich der Einzelne positionieren?

3.    Balance oder Zerstörung - Ökosoziale Marktwirtschaft als Schlüssel zu einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung

Inhalt des gleichnamigen Buches, das durch den Club of Rome unterstützt und durch das Ökosoziale Forum Europa herausgegeben wurde. Das Buch beinhaltet Beiträge zum Thema der Nachhaltigkeit, zur Rolle und zum Umfang eines „vernünftigen“ sozialen Ausgleichs, einer Zukunftsformel des Autors, Hinweise zur Wechselwirkung der großen Weltkulturen (Gibt es einen Clash of Civilizations?) und die Diskussion von 4 alternativen Zukunftsszenarien. Bezüge zur aktuellen Politik der USA und Israels, die aus Sicht des Autors nicht zukunftsfähig sind, runden das Buch und den Vortrag ab.

4.      Die Welt im Jahr 2050

Die globale Situation ist kritisch und gekennzeichnet durch eine hohe Überbevölkerung, zu weitgehender Ressourcennutzung und Umweltverschmutzung sowie zu hohe Beschleunigung aller Innovationsprozesse im Rahmen der Globalisierung und des Übergangs in eine weltweite Informations- und Wissensgesellschaft. Der Vortrag zeigt die bestehenden Schwierigkeiten und Entwicklungslinien auf und diskutiert zugleich in Form eines neuen Gesellschaftsvertrags einen Ansatz, um diese globalen Schwierigkeiten für alle vorteilhaft zu bewältigen. Wesentliche Lösungselemente erfordern Fortschritte auf der technischen Seite (Steigerung der Ressourcenproduktivität, Dematerialisierung), andererseits Instrumente wie globale Ökosteuern bzw. handelbare Verschmutzungszertifikate, gekoppelt mit dem Aufbau von Weltsozialsystemen, globale Ausbildungssysteme unter Nutzung der modernen Möglichkeiten von Multimedia und Telekommunikation und Maßnahmen des Joint Implementation. In diesem Kontext werden Bezüge zu den jüngsten Entwicklungen in den Themenbereichen UN, G8, WTO, IMF, EU usw. angesprochen. Ferner werden auch die besonderen Herausforderungen an Europa diskutiert, in diesem schwierigen Umfeld einerseits seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und andererseits zur Durchsetzung einer zukunftsfähigen Weltordnung in Sinne eines „Global Governance“ beizutragen. Für eine solche Zielsetzung sind die Erfahrungen aus dem europäischen Ei

5.    Informationsgesellschaft, Globalisierung und nachhaltige Entwicklung

Die globale Situation ist kritisch und gekennzeichnet durch eine hohe Überbevölkerung, zu weitgehende Ressourcennutzung und Umweltverschmutzung sowie zu hohe Beschleunigung aller Innovationsprozesse. Die indirekt damit verbundenen Fragestellungen der Globalisierung, des Übergangs in eine weltweite Informations- und Wissensgesellschaft, der Ausdehnung der internationalen Arbeitsteilung, der Bedrohung der Sozialsysteme in den reichen Ländern, der Verlagerung von Arbeit und der damit zusammenhängenden raschen Entwicklung in vielen Schwellenländern verschärfen diese bedrohliche Situation noch weiter. All dies lässt es als schwierig erscheinen, das wichtige Ziel einer nachhaltigen Entwicklung tatsächlich zu erreichen. Der Vortrag zeigt die bestehenden Schwierigkeiten und Entwicklungslinien auf und diskutiert zugleich in Form eines neuen Gesellschaftsvertrags einen Ansatz, um diese globalen Schwierigkeiten für alle vorteilhaft zu bewältigen. Wesentliche Lösungselemente sind globale Ökosteuern bzw. Verschmutzungszertifikate gekoppelt mit dem Aufbau von Weltsozialsystemen, globale Ausbildungssysteme unter Nutzung der modernen Möglichkeiten von Multimedia und Telekommunikation, Maßnahmen des Joint Implementation usw. Zugleich wird auf resultierende Anforderungen an den Standort Deutschland und Fragen der lokalen Umsetzung entsprechender Ansätze eingegangen. Dies zielt insbesondere auch auf eine adäquate Positionierung lokaler Agenda 21-Prozesse sowie die Umsetzung der Anforderungen aus der Kyoto-Vereinbarung in diesem vielschichtigen Themenumfeld.

6.    Management des Wandels – Überlebensfrage für Unternehmen und Organisationen

Umgang mit Veränderungszwängen auf der Ebene des Einzelnen, des Unternehmens, des Staates und der Weltwirtschaft

Es wird diskutiert, wieso sich in der Folge der ökonomischen Globalisierung die Randbedingungen für deutsche und europäische Staaten dramatisch verändert haben. Weiterhin werden vor diesem Hintergrund die Anpassungsnotwendigkeiten in Deutschland und Europa an diese Veränderungen diskutiert. Die vorgestellten Überlegungen zielen auf eine Doppelstrategie, die Anpassungen an den aktuellen Weltmarktdruck mit politischen Initiativen für eine bessere Weltordnung verbindet.

Die Rolle der Informations- und Kommunikationstechnik in diesem Kontext wird beleuchtet und ebenso die Frage, ob der Weg in eine weltweite Informations- und Wissensgesellschaft in Verbindung mit der ökonomischen Globalisierung uns dem seit der Rio-Weltkonferenz auf der Tagesordnung der Weltpolitik stehenden Ziel einer nachhaltigen Entwicklung näher bringt.

Konsequenzen für die Zukunft der Arbeit und die Zukunft der Sozialsysteme in den entwickelten Industrienationen werden vor diesem Hintergrund ebenfalls erörtert. Einige Hinweise betreffen aktuell notwendige Anpassungsmaßnahmen, die allerdings in vernünftige weltweite politische Aktivitäten eingebunden werden sollten.

Schließlich wird auf die Situation in Deutschland eingegangen und es werden eine Reihe von Empfehlungen gegeben, wie sich Unternehmen, vor allem auch mittelständische Unternehmen, in diesem Umfeld ausrichten können und sollten.

7.    Evolution der Technik und Innovation: Was bringt die Zukunft?

 Historische Entwicklung; Chancen und Risiken; Zwangsläufigkeit vieler Abläufe; Handeln im System und außerhalb des Systems; das Buch „Der göttliche Ingenieur“ (Jacques Neirynck). Ferner Hinweise zum Verständnis von Innovationen, Business Re-Engineering, rechnergestützte Prozessketten, Workflow, CASE, Umwelttechnologie, Umweltinformatik, Verkehrslenkung, Road Pricing, Serviceroboter, Virtual Reality-Anwendungen.

8.      Intelligente Systeme und Wissensverarbeitung

 Bezug zur Evolution, vier Ebenen des Verstehens, neuronale  vs. symbolische Informationsverarbeitungsmechanismen, Kognition, Bewusstsein, Lernen, Kreativität, Intuition, Studium von Firmen und Gesellschaften als Superorganismen.

 
9.    Wissensmanagement und lernende Organisation

 Zukünftige Anforderungen an Unternehmen, insbesondere lernende Unternehmen in sich immer schneller verändernden Märkten. Wo steckt das Wissen? Wie kann man Wissen repräsentieren und zugreifbar halten? Wissen als strategische Ressource. Wie bewertet man Wissenspotentiale in Unternehmen? Fraktale Unternehmen, Umgang mit Wissen, Bedeutung von Schlagwörtern, Regelwerke vs. neuronale Ebene, die Bedeutung von Intransparenz, Kompetenz an der Spitze, Entscheidungs- und Risikobereitschaft, nah-chaotisches Umfeld, Bezug der Organisation des menschlichen Bewusstseins zur Hierarchiebildung in Organisationen.

10.    Zukunft der Arbeit

 Absehbare Trends im Bereich der Arbeitsplätze, Kernarbeitsplätze und periphere Jobs; Job-Arbeit, Community-Tätigkeit, Eigen-Arbeit und Alternativen zur Zweidrittelgesellschaft.

Der Industriestandort Bundesrepublik und auch Europa insgesamt kommen zunehmend unter Druck. Als Folge der Globalisierung fließt Arbeit in dynamische Schwellenländer. Die enormen Fortschritte im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik, vor allem der Aufbau globaler Netzinfrastrukturen, die informationstechnische Unterstützung der Kommunikationsprozesse und der Kooperation sowie auch der Aufbau entsprechender digitaler Wissensbestände mit uniformen Zugriffsstrukturen, sind hierfür wesentliche Antriebskräfte. Es ist abzusehen, dass sich diese Entwicklung in der Zukunft noch verstärken wird. Zugleich bewegen sich Kapital und Wissen sehr rasch um den Globus. All das bedroht in den entwickelten Ländern nicht nur die Arbeitsplätze, sondern auch die Sozialsysteme und erschwert zugleich eine umweltorientierte Politik. Die Probleme werden sich noch einmal vergrößern durch die aus der Globalisierung resultierenden zusätzlichen Schwierigkeiten im Bereich der globalen Umweltentwicklung, gerade auch angesichts der Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung. Die Frage, wie man gesamtgesellschaftlich sowohl auf deutscher und europäischer Ebene als auch weltweit mit diesen Schwierigkeiten umgehen sollte, wird in diesem Vortrag angesprochen. Neben einer unvermeidbaren, teilweise schmerzhaften generellen Anpassung der sozialen Rahmenbedingungen steht insbesondere ein grundsätzlicher Umbau des gesamten Jobsystems an. Dies ist nach Möglichkeit einzubetten in eine weltweite Ausrichtung des zukünftigen Wirtschaftens im Sinne einer Weltinnenpolitik, die nachhaltige Entwicklung zu einem Business Case macht und dadurch überall auf dieser Welt zukunftsfähige Arbeitsplätze unter allerdings veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entstehen lässt. Strategisch sollte es dabei für uns darum gehen, die europäische Idee sozial ausgerichteter Marktwirtschaftssysteme – erweitert um eine ökologische Dimension – weltweit zu exportieren. Die verbleibenden Übergangszeiträume sind dabei im Rahmen dieses Globalisierungsprozesses so sozial verträglich und ökologisch tragfähig wie nur möglich auszugestalten. In Deutschland geht es dabei insbesondere darum, nicht im Gegeneinander der Sozialpartner Anpassungsnotwendigkeiten weiter hinauszuschieben, sondern gemeinsam, über alle Segmente der Gesellschaft (inkl. dem öffentlichen Bereich und lokalen Dienst­leistern) hinweg, die anstehenden Anpassungsnotwendigkeiten zu bewältigen.

11.    Kreativität, Freiheit und Bewusstsein

 Ein Verständnis kreativer Prozesse aus dem richtigen Zusammenwirken bestimmter Generierungs- und Auswahlprinzipien auf verschiedenen Ebenen der Informationsverarbeitung, Verständnis des Bewusstseins als sequentieller Controlling-Prozess in einem massiv-parallel Umfeld; mögliche technische Implementationen entsprechender Architekturen; unser heutiges Verständnis von Freiheit.

12.  Umgang mit Risiko und Anwendungen der Entscheidungstheorie

Hinweise zum Umgang mit Risiken aus mathematischer wie philosophischer Sicht; Diskussion der Prämissen und Aussagen der modernen Entscheidungstheorie, Operationalisierung von Präferenzen, Formalisierung des Rationalitätsbegriffs, Begründung „guter“ Entscheidungen.

13.  Ein globaler Marshall-Plan für die zukunftsfähige Gestaltung aktueller Globalisierungsprozesse

 Die Welt befindet sich im Prozess einer entfesselten Globalisierung auf dem falschen Kurs. Zunehmende weltweite Umweltprobleme, Kampf zwischen Kulturen, eine sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich, Betrugsdelikte an den Weltfinanzmärkten, Austrocknen der Sozialsysteme in Deutschland, das alles sind Entwicklungen, die langfristig in eine Katastrophe münden können. Der Vortrag analysiert die Historie dieser Entwicklung, vor allem die Durchsetzung einer fehlgeleiteten Megaphilosophie der zunehmenden marktfundamentalistischen Deregulierung und des Rückbaus staatlicher Ordnungsstrukturen in der Folge der Überwindung der Planwirtschaften in der Sowjetunion und Osteuropa.

Als Alternative zu der heutigen weltweiten Entwicklung wird die Extension der europäischen Idee einer Ökosozialen Marktwirtschaft auf diesem Globus positioniert. Orientierungspunkt sind dabei die erfolgreichen Erweiterungsprozesse der Europäischen Union. Zentraler Ansatz ist die Verknüpfung der globalen Regime, vor allem der WTO, des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank mit Öko- und Sozialstandards zu einem Global-Governance-System. Der Kompromiss folgt dabei der europäischen Erfolgsidee "Co-Finanzierung gegen die Angleichung von Standards". Im konkreten liegt heute im politischen Raum die Idee eines Welt-Marshall-Plans vor, orientiert an dem Erfolgsmodell für den Wiederaufbau Europas nach dem 2. Weltkrieg. Dies könnte der Auslöser eines Weltwirtschaftswunders werden. Die Welt könnte viel reicher und friedensfähiger sein als das heute der Fall ist.

Der Vortrag geht auf die Grundarchitektur eines globalen Marshall-Plans ein und beschreibt den Stand aktueller gesellschaftlicher Prozesse zu seiner Umsetzung.

14. Globalisierungsgestaltung als Schicksalsfrage: Balance oder Zerstörung?

 Der Vortrag beleuchtet die internationale Entwicklung vor dem Hintergrund der rasch wachsenden Weltbevölkerung und dem zunehmenden Konflikt um Ressourcen und der Problematik immer größerer Umweltbelastungen, z. B. im Klimabereich. Die Frage einer nachhaltigen Entwicklung wird dadurch massiv erschwert. Das betrifft sowohl die ökologische Problematik als auch Fragen des sozialen Ausgleichs und der Gerechtigkeit und damit der weltethischen Orientierung, und zwar in einer intragenerationellen wie einer intergenerationellen Betrachtung. Als wesentlicher Faktor wird insbesondere die weltkulturelle Problematik identifiziert, die die ökologisch-sozialen Fragen weiter verschärft. Der Vortrag macht deutlich, dass sich einer bestimmten systemtheoretischen Perspektive aus den aktuellen Trends für die Zukunft drei Attraktoren zukünftiger Entwicklung ableiten, nämlich Kollaps, Ökodiktatur/Brasilianisierung und eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft. Nur der letzte Weg ist mit Nachhaltigkeit kompatibel. Der Global Marshall Plan wird als ein möglicher erster Schritt in diese Richtung vorgestellt.

16.  Klimawandel und Klimagerechtigkeit: Wie können wir die Klimafrage lösen?

Die Welt sieht sich spätestens seit der Weltkonferenz von Rio 1992 vor der Heraus­forde­rung, eine nachhaltige Entwicklung bewusst zu gestalten. Das bedeutet insbesondere eine große Designaufgabe bezüglich der Wirtschaft, nämlich die Gestaltung eines nachhaltigkeitskonformen Wachs­tums bei gleichzeitiger Herbeiführung eines (welt-) sozialen Ausgleichs und den Erhalt der ökologi­schen Systeme. Die Chancen zur Erreichung dieses Ziels sind aber alles andere als gut. Wie im Folgenden beschrieben wird, ist das (nur) eine von drei prinzipiellen Zukunftsperspektiven für die Menschheit. Die anderen sind ein Kollaps oder eine Ressourcendiktatur/Brasilianisierung, wahrscheinlich verbunden mit Terror und Bürgerkrieg. Der vorliegende Text beschreibt die drei Optionen und entwickelt eine Doppelstrategie, wie man am besten mit dieser Situation umgeht. Dies wird aus Sicht der europäischen Politik wie der deutschen Versicherungswirtschaft beleuchtet. In Bezug auf die anstehenden weltweiten Herausforderungen wird mit einem Global Marshall Plan ein konkretes Programm vorgestellt, wie vielleicht Balance noch rechtzeitig gesichert werden kann.

17.  Märkte brauchen Grenzen – Warum der Marktfundamentalismus gefährlich ist

 Die Welt befindet sich zum Anfang des neuen Jahrhunderts in einer extrem schwierigen Situation. Als Folge der ökonomischen Globalisierung befindet sich das weltökonomische System in einem Prozess zunehmender Entfesselung und Entgrenzung im Kontext des Megatrends „explosive Beschleunigung“, und das unter teilweise inadäquaten weltweiten Rahmenbedingungen. Das korrespondiert zu dem eingetretenen Verlust des Primats der Politik, weil die politischen Kernstrukturen nach wie vor national oder, in einem gewissen Umfang, kontinental, aber nicht global sind. In diesem Globalisierungsprozess gehen die Entfaltung der neuen technischen Möglichkeiten zur Substitution menschlicher Arbeitskraft wie auch die zunehmende Integration von Teilen des Arbeitskräftepotentials der ärmeren Länder in den Weltmarkt teilweise zu Lasten der Arbeitsplatzchancen der weniger qualifizierten Arbeitnehmer in den reichen Ländern, die sich deshalb zu Recht als Verlierer der Globalisierung wahrnehmen. Die beschriebenen Entwicklungen beinhalten zwar gewisse Chancen für Entwicklung, laufen aber gleichzeitig wegen fehlender internationaler Standards und Regulierungsmöglichkeiten und der daraus resultierenden Fehlorientierung des Weltmarktes dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung entgegen. Die Entwicklungen erfolgen zu Lasten des sozialen Ausgleichs, der Balance zwischen den Kulturen und der globalen ökologischen Stabilität. Wo liegen dabei die ganz großen Herausforderungen? Mit welchen Maßnahmen kann die Weltgemeinschaft diese Situation vielleicht doch noch meistern?

18.  Weltfinanzsystem am Limit - Einblicke in den „Heiligen Gral“ der Globalisierung

 Die letzten Jahre haben immer wieder Probleme im Bereich des Weltfinanzsystems deutlich werden lassen: Ausweitungen der Geldmengen, „Blasen“ unterschiedlicher Art, Hype­phänomene, Betrugsdelikte, Subprimekrise usw. Das derzeitige Weltfinanzsystem ist nicht nachhaltig und beinhaltet große Risiken für die Zukunft. Probleme liegen in der ungenügenden Regulierung des Systems, in fehlenden Daten, einer fehlenden Besteuerung globaler Transaktionen und Aktivitäten und einem ungenügenden Wissen über die Abläufe und Risiken in „Steueroasen“. Diese fungieren teilweise als „schwarze Löcher“ und schwächen insbesondere die Steuerbasis der großen Staaten und fördern dort die Notwendigkeit der Kredit- und „Neugeld“-Beschaffung.

All das erhöht das weltweite Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich permanent. Es kommt zu einer Umverteilung von Vermögen von unten nach oben, von vielen zu wenigen und zu einer Verlagerung des unternehmerischen Engagements vom Ingenieurbereich zum Management von Finanzkonstrukten und von der physischen Ökonomie zur Welt der Kapitalanlagen. Ohne ein Gegensteuern ist ein weltweiter Kollaps der Finanzstrukturen innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre unvermeidbar, u. a. da bei einem „Weiter so“ dann bereits bei einzelnen „führenden“ Staaten die jährlichen Schuldzinsen der Öffentlichen Hand ihre Steuereinnahmen übersteigen würden.

Zwei Alternativszenarien zum Kollaps werden hier – je nach Wahl der Maßnahmen des Gegensteuerns - als wahrscheinlich angesehen: zum einen das „erfolgreiche“ Umlenken von Teilen der Besteuerungsbasis (z. B. Gewinne, Arbeitsplätze und darüber Löhne/Gehälter) und damit verbunden Steuereinnahmen zu wenigen „starken“ Staaten in Kombination mit einem weiteren Rückbau des sozialen Ausgleiches („Brasilianisierung“) besonders in den „schwachen“ Staaten. Zum anderen eine „balancierte Lösung“ über ein international abgestimmtes, nachhaltiges Steuer- und Finanzsystem. Wie sind die Perspektiven, wer kann handeln, wo bestehen Ansätze zur Verbesserung des Status quo? Der Vortrag zielt darauf hin, eine Orientierung in schwierigem Gelände zu geben.

 

Weltwirtschafts- und Weltfinanzkrise - was bringt uns die Zukunft

Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher wird in seinem Vortrag über die Gefahren und die Möglichkeiten zur Beherrschung einer globalen Krise berichten

Die freie Marktwirtschaft und der damit verbundene Wettbewerb verändern zunehmend jene sozialen und ökologischen Standards, die in unterschiedlichen Kulturen und Regionen der Welt über Jahrhunderte gewachsen sind. Die Globalisierung erfaßt alle Menschen dieser Erde. Ein „Master“-Plan für abgestimmte globale Aktionen ist deshalb unerlässlich und sollte allen Menschen wichtig sein, die für ihren Kinder eine intakte Welt übergeben möchten.

Die globale Situation ist kritisch und gekennzeichnet durch:

- zu weitgehende Ressourcennutzung und Umweltverschmutzung

- zu hohe Beschleunigung aller Innovationsprozesse im Rahmen der Globalisierung und des

  Übergangs in eine weltweite Informations- und Wissensgesellschaft.

- einen hohen Bevölkerungszuwachs

Prof. Radermacher zeigt nicht nur die bestehenden Schwierigkeiten und Entwicklungslinien auf sondern bietet zugleich in Form eines neuen Gesellschaftsvertrags einen Ansatz, um diese globalen Schwierigkeiten für alle Menschen und Staaten vorteilhaft zu bewältigen.

Wesentliche Lösungselemente erfordern Fortschritte auf der technischen Seite (Steigerung der Ressourcenproduktivität, Dematerialisierung) und andererseits Instrumente wie globale Ökosteuern bzw. handelbare Verschmutzungszertifikate gekoppelt mit dem Aufbau von weltumspannenden Sozialsystemen sowie globalen Ausbildungssystemen unter Nutzung der modernen Möglichkeiten von Multimedia und Telekommunikation. Die in der EU zusammen geschlossenen europäischen Staaten werden gegenwärtig in diesem schwierigen Umfeld zum ersten Mal einer besonderen Probe unterzogen in dem sie einerseits ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten wollen und andererseits ihren Beitrag zur Durchsetzung einer zukunftsfähigen Weltordnung in Sinne eines „Global Governance“ leisten müssen. Für eine solche Zielsetzung sind die Erfahrungen aus dem europäischen Einigungsprozess und die ethischen Grundpositionen Europas besonders wertvoll

Der Globalisierungsexperte Prof. Radermacher sieht wesentliche Voraussetzungen zur Beherrschung der Wirtschafts- und Finanzkrise in der Schließung von Steuerschlupflöchern, der Austrocknung von Steueroasen, der weiteren Regulierung globaler Umweltschutz-maßnahmen und vor allem in der Harmonisierung der weltweiten Finanzsysteme einschließlich funktionierender Kontrollmechanismen auf diesem Gebiet. Global operierende Unternehmen und Personen können sich seit der Entwicklung des Internet der Besteuerung weitgehend entziehen. Die mangelnde Symmetrie im Bereich der Besteuerung in unterschiedlichen Staaten ist ein wesentlicher Grund für extreme Verzerrungen, die in kaum beherrschbarer Überschuldung oder letztendlich als Kollaps der Staatfinanzen enden können.

Die Grenzen des Wachstums erfordern ökosoziale Verantwortung - die Krise bietet eine Chance, die gegenwärtige Situation in diesem Sinne als lösbare Aufgabe zu verstehen. Dies erfordert ein Umdenken und Mut zum Handeln. Prof. Radermacher ist einer der Aktivisten - als Mitinitiator des Global Marshall Plan gehört er zu den Verfechtern einer von Nachhaltigkeit, Vernunft und maßvollem Handeln geprägten, ökosozialen Marktwirtschaft.

http://www.gastreferenten.de/meinungen/

 
 

 

Über uns · AGB · Impressum