Prof. Dr. Meinhard Miegel
Der Wirtschaftswissenschaftler Meinhard Miegel ist ein unbequemer Denker, der Politikern und ihren Wählern sagt, was sie nicht gern hören. Zum Beispiel, dass unsere Gesellschaft gerade mit vereinten Kräften dabei ist, unseren Staat zu ruinieren. Der Stern veröffentlichte bereits 2002 in Auszügen Miegels Thesen, die später auch als Buch erschienen sind. Mit anderen Worten stellt Meinhard Miegel unsere Gesellschaft auf den Prüfstand - das Gemeinwesen, die Wirtschaft, die Sozialsysteme. Sein Fazit: Von einer zukunftsorientierten Leistungsgesellschaft sind die Deutschen weit entfernt. Sie verdrängen ihre Wirklichkeit und wiegen sich in Wohlstandsillusionen. Dabei fordert der dramatische Wandel der Grundlagen unserer Gesellschaft ein rasches Umsteuern auf allen Ebenen."
"Riester allein reicht nicht" - Wer im Alter nicht markante Abstriche an seinem gewohnten Lebensstandard hinnehmen möchte, muss nach Auffassung des Rentenexperten heute einen beachtlichen Teil des verfügbaren Einkommens in das Vorsorgesparen investieren. Miegel: "Volkswirtschaftlich betrachtet heißt dies, dass sich die Sparquote von ca. 10% theoretisch verdoppeln müsste."
Meinhard Miegel wurde 1939 in Wien geboren.
Seit 1977 arbeitet er für das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn und als Beiratsmitglied für verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen, die sich mit gesellschaftspolitischen Zukunftsfragen beschäftigen.
Seine Thesen:
- Unser Land aufräumen! Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass die Schultern der kommenden Generation breiter sind als die eigenen. Wir können Lasten nicht in die Zukunft schieben. Die nachkommende Generation muss bestmögliche Startchancen erhalten: eine gute Ausbildung, Förderung der Eliten, hochproduktive Arbeitsplätze.
- Eine bessere Familienpolitik.
- Und drittens: Eine vorausschauende und zielgerichtete Zuwanderungspolitik. In einer stark alternden, zahlenmäßig abnehmenden und zunehmend multikulturellen Bevölkerung verändern sich nicht nur einige, sondern fast alle Aspekte des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Das sollte uns allen klar sein.
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